Lars Reyer, geboren 1977 in der Nähe von Zwickau, hat eine neue These über den Osten (und den Westen): Wir waren müde. Sein Aufsatz in der taz mit dem Titel „Irgendwann kommt was“ ist gut geschrieben, aber manche Dinge gefallen mir nicht.
Viele DDRen
Lars Reyer war zur Wende 12, ich war zur Wende 21. Mir ist ja beim Lesen von Katja Heuer (2023) klar geworden, dass man nicht von der DDR sprechen darf. Es gab viele DDRen. Einmal zeitlich mit der entsprechend ausgerichteten Politik. Phasen der Entspannung und Anspannung. Und dann gab es individuell ganz unterschiedliche Erfahrungen. Und es gab lokale Unterschiede.
Müdigkeit
Reyer schreibt:
Die DDR in ihrem Endstadium war ein Land, dessen Müdigkeit und Verfall auf die in ihm lebenden Menschen abfärbte, die ihrerseits müde und verfallen durch den Tag schwappten, der ein Tag war, dessen Ende man herbeisehnte, aber niemals wirklich erwartete.
Diese Müdigkeit war keine individuelle, keine psychologische, sondern eine strukturelle Müdigkeit. Sie war nicht Ausdruck von Faulheit oder Trägheit, sondern das Ergebnis eines jahrzehntelangen Umgangs mit Forderungen, die ihrerseits entweder aus Unter- oder Überforderungen bestanden; eines Lebens unter Bedingungen, die jedes Versprechen auf Zukunft entwerteten, ehe es ausgesprochen war. Vielleicht, so könnte man sagen, war diese Gesellschaft eine, die das Prinzip Hoffnung durch das Prinzip Erschöpfung ersetzt hatte. Der Mensch, dieser geschundene, vom Produktionsplan genormte Organismus, war im Grunde nichts anderes als eine wandelnde Sollgröße. Seine Funktion bestand darin, zu funktionieren.
Reyer, Lars. 2026. Irgendwann kommt was, taz, 21.02.2026.
Jetzt also Müdigkeit. Eine neue These über den Osten. Ich stimme mit Reyer überhaupt nicht überein. Das ist sicher auf den Altersunterschied zurückzuführen. Lars Reyer berichtet über seinen Vater und sein Umfeld, das müde und vielleicht resigniert war. Für mich und viele andere war die Zeit in den 80er Jahren eine Zeit der Empörung aber auch der Hoffnung. In der Sowjetunion hatte Gorbatschow übernommen. Glasnost und Perestroika zogen ein. Das war auch in den Medien dort wahrnehmbar und schwappt zum Teil auch in die kleine DDR. In der sowjetischen Politzeitschrift Neue Zeit, die es auch in der DDR gab, standen unerhörte Dinge. Der Sputnik wurde verboten, Nummern der Neuen Zeit nicht ausgeliefert. In den Studiokinos der DDR waren Filme wie Vogelscheuche zu sehen (1983 in der SU, 1987 dann endlich in der DDR), die der sowjetischen Gesellschaft ihr Bild vor Augen hielten in Form vom Umgang von Kindern untereinander. Unglaublich! Jadup und Boel kam 1988 in die Kinos. Ein sehr kritischer Film, der von 1980 bis dahin im Eisschrank gelegen hatte.
Die Menschen äußerten ihren Unmut immer offener. Der Wahlbetrug bei den Kommunalwahlen im Mai wurde 1989 von kirchlich organisierten Gruppen zum ersten Mal nachgewiesen. Meine Schwester war bei Auszählungen in Wahllokalen dabei. An jedem siebten des Monats versammelten sich Oppositionelle an der Weltzeituhr am Alex. Beim Sport in der Woche vor dem 7. Oktober, dem 40. Jahrestag der DDR, bei dem am Alexanderplatz demonstriert und protestiert werden würde, sagte ich zu den anderen: Da kommt was!
Es gab geduldete Untergrundmusik mit kritischen Texten. (Punk, die anderen Bands)
Sandow offen staatskritisch mit „Wir können bis an unsere Grenzen geh’n / Hast du schon mal drüber hinweg geseh’n / Wir bauen auf und tapeziern nicht mit.“ Der Tapezier-Vers war die Fusion von Honeckers Lieblingslied „Bau auf, bau auf, Freie Deutsche Jugend bau auf!“ und dem Spruch: „Würden Sie, nebenbei gesagt, wenn Ihr Nachbar seine Wohnung neu tapeziert, sich verpflichtet fühlen, Ihre Wohnung ebenfalls neu zu tapezieren?“, der von Honecker kam und Kurt Hager zugeschrieben wurde.
Auch AG Geige war sehr schön. Die hatten den Song Zeychen & Wunder. Der erschien sogar noch auf ner Amiga-Platte.
Sie lebten in Zeiten von Zeychen und Wundern, wo sind sie hin, niemand sah sie gehn?
AG Geige. 1989. Trickbeat Amiga. Zeychen und Wunder
Trotz alldem verbleiben noch ein, zwei Sekunden, vielleicht wird ja doch noch ein PIEPS geschehen.
Weiß nicht, ob man dem als nicht Zensur-Erfahrener etwas abgewinnen kann, aber ich finde es großartig.
AG Geige war Dada, Multimedia und für Funktionäre wohl unverständlich.
Theaterstücke, in denen man Kritik am Staat finden konnte, wenn man genauer hinschaute als die Zensur. In Heiner Müllers Stücke konnte man auch diverse Dinge hinein- oder herauslesen. Müller produzierte zusammen mit den Einstürzenden Neubauten beim Rundfunk der DDR Hörspiele. Selbst Faust und Shakespeare waren interessant. Theater war für mich damals viel, viel wichtiger als heute. Eben weil dort staatskritische Nachrichten übermittelt wurden. Damit haben die Akteure auch etwas bewirkt. Das funktionierte nur, weil es Zensur gab und es mutig und gefährlich war, dagegen aufzubegehren. Das ist heute anders. Vielleicht wird es bald wieder so. Oder so ähnlich.
Die ganze Untergrundkunst in Dresden und Berlin (und sicher auch anderswo). Ausstellungen in Wohnzimmern. In die man nur reinkam, wenn man vorher auf dem Konzert schräger Bands den Zettel mitgenommen hatte.
Es brodelte und blubberte überall. Es stank, aber das war Teil vom Ganzen.
Es war klar, dass etwas passieren würde, nur nicht genau was. Wie Reyers Vater gesagt hat: „Da kommt was!“. Bei der Armee mussten wir im Juni alle die chinesischen Propaganda-Filme sehen. Meine Kumpels waren dann auch im Oktober mit Schlagstöcken in Dresden. Ich war zum Glück schon raus. Wie es ablief, kann man Uwe Tellkamps Roman „Der Turm“ nachlesen.
Wir glaubten, dass wir den weiteren Verlauf würden steuern können, wenn sich die chinesische Lösung vermeiden ließe.
Wir lagen falsch.
Wir waren … wir waren alles, nur nicht müde.
Wir waren naiv.
Lebenserwartung
„Ein Land mit einer „in Bezug auf die entwickelten westlichen Nationen relativ abnehmende(n) durchschnittliche(n) Lebenserwartung“, wie der Soziologe und Publizist Wolfgang Engler in seiner etwas pathetisch betitelten Ethnologie „Die Ostdeutschen, Kunde von einem verlorenen Land“ ganz beiläufig notiert.“
Reyer, Lars. 2026. Irgendwann kommt was, taz, 21.02.2026.
Naja, das hört sich jetzt dramatisch an. Als wären wir alle so dahingestorben. Was da aber genau steht ist, dass die Lebenserwartung sich nicht genauso schnell erhöht hat wie im Westen. Aber sie hat sich erhöht. Hier ist eine Abbildung von der Bundeszentrale für politische Bildung (Bötcher, 2022).

Allerdings kann man dem Artikel der BPB auch entnehmen, dass das DDR-Gesundheitssystem zum Ende vom Westen unterstützt wurde. Ich habe als Jugendlicher selbst West-Medikamente bekommen, nachdem die Formulare von zwei Ärzten unterschrieben worden waren.
Warmes Bier
Unter einem Bild des Autors steht: „Man saß nach der Frühschicht in den Gärten, redete wenig, trank Bier aus lauwarmen Flaschen.“

Ich hielt das erst für eine neue Variante von Anne Rabes Geschichten darüber, dass in der DDR niemand eine Waschmaschine besessen habe. Jetzt also: Wir hatten keine Kühlschränke. Ich kenne niemanden, der keinen Kühlschrank hatte. Wir hatten sogar eine Tiefkühltruhe.
In der Diskussion auf Mastodon habe ich dann erfahren, dass es mancherorts üblich ist, warmes Bier zu trinken. In Thüringer Gaststätten gab es sogar Tauchsieder, um das Bier aufzuwärmen, wenn es zu kalt war. Wie dem auch sei: Mir ist unklar, warum die Temperatur für den restlichen Artikel dann relevant sein soll und warum der Autor diesen Umstand erwähnt hat.
Unsere Kühlschränke waren übrigens von der Firma DKK (Foron), die als erste FCKW-freie Kühlschränke hergestellt haben, dann aber von westdeutschen Firmen mit Kampagnen platt gemacht wurden.
Befindlichkeiten. Leere?
Ein Rückzug auf das Ich, das einen, wenn man genau hinhörte, nur allzu oft zurück anschwieg.
Reyer, Lars. 2026. Irgendwann kommt was, taz, 21.02.2026.
Vielleicht. Viele. Aber nicht alle.
Wir haben ja Lyrik gemacht und unser selbst gedrucktes Heft hieß Befindlichkeiten. Wir haben in uns hineingehört. Genau. Aber unsere Ichs haben nicht geschwiegen. Sie haben geschrien.
Und woher will er wissen von der Leere? Wenn alle geschwiegen hätten, woher will er dann wissen, dass sie auch von ihrem Selbst angeschwiegen wurden?
Die Einstürzenden Neubauten aus West-Berlin dagegen waren leer. Ohne Angst:
Wir sind leer / Glaub mir
Einstürzende Neubauten. 1981. Abstieg und Zerfall, Kollaps.
Wir sind leer
Die Zeit hat ihre Kinder längst gefressen
Und sie ist satt
Komm her komm mit
Sieh zu wie die Zeit
Zerfällt vor unsern Augen
Komm her komm mit
Wir sind leer – ohne Angst
Wir sind leer
Endgültig / vollständig / leer
Abstieg & Zerfall
Wir waren voll. Und ohne Angst. Vielleicht waren wir naiv. Vielleicht hätten wir Angst haben sollen, aber in den 80ern hatten wir keine. Meine Schwiegereltern berichteten von den 50er Jahren. Wenn vor dem Haus eine Autotür klappte, hatten sie Angst, abgeholt zu werden, denn in ihrer Umgebung hatte keiner ein Auto. In den 80er Jahren hatten viele eins und wir hatten keine Angst mehr, abgeholt zu werden. Ich habe vor kurzem meine Stasiakte erneut angefordert und habe die Auskunft erhalten, dass ich erfasst wurde. Ich weiß aber noch nicht weshalb. Ich habe damals schon immer zu allen gesagt, dass man davon ausgehen muss, dass immer einer dabei ist, es wäre bitter, wenn es jemand war, der mir wichtig war.
Diese unheimliche Armut! Wieder.
Reyer kann viel besser formulieren als Anne Rabe, die von einer „tasächlichen Armut“ gesprochen hat (siehe Anne Rabe, die Prügelstrafe und Jugendwerkhöfe und die unglaubliche „tatsächliche Armut“ in der DDR), aber wahr werden seine Aussagen dadurch auch nicht. Er behauptet doch tatsächlich, dass wir nichts als unsere Körper besessen hätten:
Denn der eigene Körper war das Einzige, was in diesem Land wirklich einem selbst gehörte – und selbst das nur bedingt.
Reyer, Lars. 2026. Irgendwann kommt was, taz, 21.02.2026.
Vielleicht war das ja Spaß. Oder literarisch überhöht. Wenn, ja, hab ich’s nicht mitbekommen. Tut mir Leid.
Also: Es ist falsch: Wir hatten Bücher. Viele! Und gute! Auch von westlichen Autor*innen und Klassiker natürlich auch. Wir hatten Schallplatten. Aus’m Osten und aus dem Westen (Lizenzpressungen und Platten aus Ungarn und der CSSR). Wir hatten Kassetten mit Aufnahmen von den Platten, die wir anders nicht kriegen konnten. Im DDR-Radio wurden West-Platten zum Mitschneiden gesendet. Wir hatten Radios mit Westmusik. Wir hatten Tonbänder, Kassettenrecorder, Plattenspieler. Wir hatten Fernseher (alle außer meiner Familie, die erst spät einen kleinen Sharp-Fernseher (5P-27G) hatte, der selten genutzt wurde). Es gab sogar Farbfernseher und als wir 1990 in Moskau waren, stellten wir fest, dass die DDR-Fernseher besser waren als die dort üblichen. Wir hatten Fahrräder, zwar nicht so toll wie die im Westen und gar nicht zu vergleichen mit denen von heute, aber die fuhren auch. Ich habe 150km-Touren damit gemacht.
Manche hatten Grundstücke mit Häusern oder kleinen Gärten, manche hatten Autos. Doch wirklich! Der Autor zeigt ja selbst ein Bild seines Vaters in einem Garten vor einem Bungalow und spricht von Gärten in der Mehrzahl. Manche dieser Gärten waren gepachtet, manche aber auch gekauft. Mein Schulfreund, den ich zum Schach gebracht habe und der später gegen Kasparow (oder Karpow?) spielen sollte, hatte einen Garten mit Swimming-Pool (ich habe schippen geholfen) und sie hatten eine Citroën. Mit höhenverstellbarem Fahrwerk. Jawohl! Hier zur Geschichte des Imports des Citroën GSA Pallas. Mein Gott, jetzt lerne ich noch im hohen Alter Automarken.
Mein Großvater war Koch in der Betriebskantine des Stickstoffwerks in Piesteritz. Meine Oma war vor dem Krieg Zimmermädchen, dann Hausfrau (ein Kind) und ab 1961 ungelernte Chemiearbeiterin in einem Industriebetrieb in Wittenberg (Wittol). Also kein gehobenes Bürgertum, sondern ganz normale Leute. Sie wohnten seit ich denken kann in einer soliden Zweizimmerwohnung mit Waschmaschine und Kühlschrank. Hatten einen Kleingarten, zeitweise sogar zwei, und einen Motorroller, ab 1968 einen Trabbi und später einen Moskwitsch in einer eigenen Garage. Alles hart erspart vom Gehalt meines Großvaters. Mein anderer Großvater war Ingenieur mit Einzelvertrag bei Zeiss. Meine Oma war Hausfrau mit drei Kindern. Mein Großvater hatte einen Polski-Fiat (auch mit Garage). Sie wohnten in einer Altbauwohnung und nach dem Tod der Großmutter und dem Auszug der Kinder wohnte mein Großvater in einer Zweizimmerwohnung in der Straße der Kosmonauten (heute Closewitzer Straße) in Jena. Meine Eltern waren beide Wissenschaftler. Sie hatten einen Lada und auch einen Garten in der Nähe von Eberswalde (per Anzeige in einer Zeitung gefunden). Man musste lange auf ein Auto warten, und als ich klein war, ist mein Vater immer mit der Bahn von Berlin nach Wittenberg zu meinem Großvater gefahren und hat deren Auto geborgt, mit dem wir dann in den Urlaub gefahren sind, aber uns gehörte doch wesentlich mehr als unsere Körper.
Im Folgenden möchte ich drei Bereiche genauer angucken: die Armen, die Reichen und die große Masse, stellvertretend dafür die Gruppe der Industriearbeiter*innen, für die am Ende der DDR genaue Daten erhoben wurden.
Rentner*innen
Wenn man nach Armut in der DDR im Netz sucht, findet man eigentlich hauptsächlich den Verweis auf die Promotion B von Klaus-Peter Schwitzer und es taucht an diversen Stellen dieses Stück Text auf:
Bezogen auf das Geldeinkommen »lebten in der DDR 1970 circa 65 Prozent, 1980 etwa 50 und 1988 rund 45 Prozent der Rentnerhaushalte im Bereich der Armutsgrenze«, so Klaus-Peter Schwitzer. Kein Wunder also, das noch zahlreiche ältere Menschen berufstätig waren.
Die Armut ist hier relativ zum sonstigen Einkommen der Bevölkerung (äquivalenzgewichtetes Haushaltseinkommen). Die Rente ergab sich aus dem Durchschnittseinkommen der letzten zwanzig Jahre. Das bedeutete, dass – entsprechende ostdeutsche Erwerbsbiografien vorausgesetzt – man mehr Rente bekommt als das erste Gehalt. Da es aber bei den Waren des täglichen Bedarfs keine Inflation gab, weil die Preise auf Vorkriegsniveau eingefroren waren, hatte man als Rentner*in auf alle Fälle ausreichend Geld, um die Waren des täglichen Bedarfs kaufen zu können.
Zum Ende der DDR war ein großer Teil der Frauen (1982 waren es 90 %, die höchste Beschäftigungsquote weltweit) werktätig und hat also auch über ein eigenes Einkommen verfügt. Das war in den Anfangsjahren der DDR nicht so und der Anteil der Teilzeitarbeit war höher. Renten fielen dann entsprechend niedriger aus. Frauen hatten aber das Recht, bereits mit 60 Jahren in Rente zu gehen. Sie könnten dann freiwillig bis zum Beispiel 65 weitergearbeitet haben. Bei Männern lag das Renteneintrittsalter bei 65 Jahren. Was übrigens auch oft bei solchen Diskussionen vergessen wird: Das Sozialleben spielte sich zu einem großen Teil in Betrieben ab bzw. wurde über die Betriebe organisiert. Wolfgang Beck, Direktor des Elektromotorenwerkes in Wernigerode hat darüber in seinem Buch geschrieben (Beck 2023). Deshalb hat es auch für viele nach der Wende wie der blanke Hohn geklungen, wenn Westdeusche meinten, die Ossis sollten nicht so rumjammern, sie bekämen ja jetzt Arbeitslosengeld und es ginge ihnen besser als vorher.
Im Wikipedia-Entrag über Sepulkralkultur in der DDR kann man lesen, dass die Witwenrente 60 % des Rentenbetrags des Ehepartners betrug. Die Witwenrente wurde ebenfalls ab 60 bzw. 65 Jahren ausgezahlt (Wikipedia zitiert die Rentenverordnung von 1974).
Der Gender-Pay-Gap zwischen Männern und Frauen betrug übrigens nur 16 % im Vergleich zu 30 % im Westen (Stephan & Wiedemann, 1990: 550), was aber nicht daran lag, dass sie auf derselben Stelle schlechter bezahlt wurden, sondern daran, dass sie auf Stellen mit niedrigerer Qualifikationanforderung arbeiteten.
Also: Wirklich eng konnte es für alleinstehende Personen in schlecht bezahlten Jobs werden. Dazu zählten auch typische Frauenberufe wie Näherin und Weberin. Kindergärtnerin war übrigens ein Studienberuf mit einem vierjährigen Studium an der Pädagogischen Hoschschule (Zeitzeugenbericht). Der MDR hatte als Beispiel eine Gemeindekrankenschwester, die ihr Leben lang 300 Mark verdient hatte (MDR 2021). Im Schnitt betrug die Rente 1989 laut MDR 426,88 Mark und zusammen mit der Freiwilligen-Zusatzrente 520,13 Mark.
Im nächsten Abschnitt bespreche ich kurz die Millionäre, die es in der DDR auch gab, und danach komme ich zum eigentlich wichtigen Teil, der Masse der Werktätigen.
Millionäre
Bei anderen Armutsdisskussionen spielen sie keine Rolle, aber wenn man Aussagen hat wie „Denn der eigene Körper war das Einzige, was in diesem Land wirklich einem selbst gehörte – und selbst das nur bedingt.“, dann kann man auch darauf verweisen, dass es in der DDR Millionäre gab. Laut MDR waren es 40.
Der reichste war der Wissenschaftler Manfred von Ardenne. Er war reicher als Jeff Bezos, denn er hatte ein Konto ohne Begrenzung, von dem er einfach nehmen konnte, was er wollte. Ansonsten gab es reiche Künstler*innen, Schauspieler*innen, Antiquitätenhändler*innen und Handwerker*innen. Der MDR nennt einige Namen:
- Physiker Manfred von Ardenne
- Fuhrwerksunternehmer und Rossschlächter Klaus Felgentreff
- Modeschöpfer Heinz Bormann
- Komponist Günther Fischer
- Schauspieler & Sänger Manfred Krug
- Antiquitätenhändler Siegfried Kath
- Rechtsanwalt Wolfgang Vogel
Die Wirtschaftsformen, in denen Heinz Borman operierte, sind interessant. Seine Firma wurde 1972 privatisiert, womit sich letztendlich der Staat selbst schadete. Hier wieder der Verweis auf die verschiedenen DDRen.
Interessanterweise war – wenn man von Ardenne mit seinem virtuellen Konto absieht – der am reichsten, der die Ausreiseangelegenheiten für politisch Verfolgte und Wirtschaftsflüchtlinge organisierte. Wolfgang Vogel verdiente Millionen in Ost und West.
Die 40 Millionäre waren natürlich besonders, aber es gab unterhalb dieser Grenze auch Menschen, die über dem Normalen lebten. In meiner Klasse war ein Junge, der war Sohn eines Onkologie-Professors am Klinikum Buch. Sie hatten einen Volvo und seine Mutter war die einzige Frau in der DDR, die ich kannte, die nicht arbeitete. (Dass meine beiden Großmütter in den 50er Jahren nicht gearbeitet hatten, habe ich erst 2026 erfahren.)
Die Puhdys hatten vor der Wende fast 20 Millionen Alben verkauft. Citys Song Am Fenster 10 Millionen Mal. Die Bands dürften nicht am Hungertuch genagt haben.
Wissenschaftler*innen
Wenn es einem in der DDR ums Reichwerden ging, wurde man eher nicht Wissenschaftler*in. Wenn man Wissenschaftler*in werden wollte, musste man zwei Jahre länger zur Schule gehen und fünf Jahre lang studieren und bekam 200 Mark Stipendium (plus evtl. Leistungszulagen und Zulagen für längeren Wehrdienst). Einen Beruf konnte man in einigen Jahren lernen und dann direkt Geld verdienen. Wollte man promovieren, so fand das überwiegend in der Freizeit statt. Anders als das heute üblich ist, erstreckte sich das über längere Zeit und man war dann mit ca. 40 Jahren promoviert. Heute schließt sich die Promotionsphase normalerweise direkt an das Studium an. Für Stellen mit Befristung von bis zu sechs Jahren muss es ein Qualifikationsziel geben. Danach kann weitere sechs Jahre befristet eingestellt werden, wenn es wieder ein Qualifikationsziel gibt: die Habilitation. In dieser Zeit arbeiten die Mitarbeiter*innen auf halben oder ganzen Mitarbeiterstellen zu Angestelltentarifen.
Meine beiden Eltern haben eine Doktorarbeit geschrieben. Das geschah in der Freizeit. Sie waren mit X und Y Jahren fertig. Mein Vater hat mit Z Jahren die Promotion B verteidigt (entspricht der Habilitation). Ich weiß von einer Frau, die gegen Ende der DDR ein Stipendium für die Promotion B bekommen hat. Das betrug 80 Mark. Von 80 Mark konnte man mit Kind nicht leben. Sie waren also auf das Gehalt des Mannes angewiesen.
In der Industrie lagen die Gehälter der Menschen mit Hochschul- oder Fachschulabschluss über denen der Arbeiter*innen, aber der Unterschied war im Vergleich zum Westen wesentlich geringer: Im Osten hatte man 15% mehr Netto, im Westen 70% (Stephan & Wiedemann 1990: 550).
Arbeiter*innen und Angestellte in der Industrie
Reyer schreibt von der Frühschicht, nach der sein Vater im Garten saß und Bier trank. Schichtarbeiter haben Schichtzuschläge bekommen. Hier sind die Gehälter aus einer Studie mit 2,4 Mio Beschäftigten aus dem Jahr 1988. Stephan & Wiedemann (1990) berichten detailliert darüber, wie sich die Löhne zusammengesetzt haben und wie sich Netto vom Brutto unterschied. Als Schichtarbeiter*in bekam man teilweise hohe Zulagen. HF-Kader waren die Studierten.


Meine Frau hat vom September bis Dezember 1985 in einem so genannten Vorpraktikum in der Glashütte Derenburg gearbeitet und dort 500 Mark pro Monat verdient. Für Hilfsarbeit ohne jegliche Ausbildung. Im Januar bis Juli 1986 hat sie im Porzellanwerk Triptis gearbeitet. Sie hat dort im Zweischichtbetrieb 8000 Teller pro Schicht glasiert. Die Teller wurden in die Glasiermaschiene eingelegt und wieder herausgenommen und dann in die Brennkapsel eingelegt. Monotone Arbeit. Stundenlang. Wahrscheinlich sah sie nach der Schicht müde aus. Und leer. Ich weiß es nicht. Wir haben uns in den 80ern nur ab und zu mal in Weimar, auf Konzerten und im Theater getroffen.
Nach Aussage meiner Frau hätte jede und jeder dort sofort ungelernt anfangen können.
Ich habe als Jugendlicher gearbeitet (Krankenhaus, Post, Bussewaschen bei den Berliner Verkehrsbetrieben, BVB). Da bekam man 2,55 oder 3,25 Mark pro Stunde. Ich konnte mir so einen Radiorekorder und später eine Stereoanlage mit Kassettenrekorder zusammensparen.
Ich weiß nicht, was genau der Vater des Autors gearbeitet hat, aber ich kann mir vorstellen, dass man in einer Familie mit vier Kindern (falls es nicht andere Verwandte oder Bekannte waren, die in der 55 km2-Wohnung wohnten) nicht viel Geld übrig hat. Allerdings gab es für kinderreiche Familien auch Förderung vom Staat. Mitte der 80er sogar schon ab drei Kindern. Wir haben welche bekommen. Und als Student konnte man von 200 Mark Stipendium leben, wenn also beide Elternteile gearbeitet haben, dann müsste auch Geld für Geschenke dagewesen sein. In Wikipedia findet man eine Liste mit den in der DDR einheitlich geltenden Preisen. Die Preise für Waren des alltäglichen Bedarfs waren auf Vorkriegsniveau eingefroren worden. Mieten, Lebensmittel, Mobilität, Kleidung (die man nicht unbedingt anziehen wollte und auch nicht in allen nötigen Konfektionsgrößen, nur für Mittelmaß), Porto.1
Und irgendwer dort muss auch einen Fotoapparat gehabt und die Farbabzüge bezahlt haben. Sonst gäbe es die Bilder vom Vater des Autors nicht.
Zusammenfassung
Dass wir nichts besaßen, ist einfach falsch. Und das mit unseren Körpern, ja, das war bedingt, denn man wurde zu allem Möglichen gezwungen. Zum Beispiel zum Wehrdienst. Und schon vorher zu paramilitärischer Ausbildung in der Schule.
Der kaputte Sozialismus
Der Sozialismus, so wie er sich in den späten Achtzigerjahren in der DDR zeigte, war gewissermaßen das politische Äquivalent einer stur am Laufen gehaltenen Industriebrache. Alles pfiff auf dem letzten Loch, die Kessel dampften und zischten und standen kurz vorm Zerbersten, aber irgendwo fand sich immer unverhofft ein Werkstoff, den man zum Ersatzteil umfunktionieren konnte. Irgendjemand fand am Schluss doch immer ein Ventil, um den Druck wieder abzulassen. Die Kessel explodierten vorerst nicht.
Reyer, Lars. 2026. Irgendwann kommt was, taz, 21.02.2026.
Ja, ich habe ja vor 1986 diverse Betriebe besichtigt. Toll, war’s nicht. In der Armeezeit war ich in Espenhain. Das war ein Braunkohlekraftwerk, was aber auf Verschleiß gefahren worden war. Kaputt. An vielen Stellen. Und die absolute Ökokatastrophe. Die Anwohner*innen litten an Atemwegserkrankungen und Ekzemen.
Die Leipziger Band Die Art hat darüber gesungen und das Lied Black Dust wurde am 08.07.1989 auch im Parocktikum gespielt.
Ich habe von meinen Betriebsbesichtigungen schon in dem Blog-Post geschrieben, in dem es um den Nationalstolz ging, den die SED-Funktionär*innen bei uns entfacht haben sollen (siehe „Historische Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in den neuen Bundesländern“: Kommentare zu einem Aufsatz von Patrice G. Poutrus, Jan C. Behrends und Dennis Kuck). Das funktionierte zum Ende der DDR nur noch bei 100%igen wie Patrice Poutrus selber, der war schließlich hauptamtlicher FDJ-Chef eines Betriebes.
Es gab einige mehr oder wenig gut funktionierende Betriebe. Das VEB Elektromotorenwerk Wernigerode (Elmo) gehörte dazu. Wolfgang Beck, der letzte Betriebsdirektor hat darüber in seinem Buch berichtet (Beck 2023). Auch wie man mitunter mit Devisen Material beschaffen musste. Und darüber, was passierte, wenn man keine Arbeitskräfte mehr hatte, weil es eine Amnestie gab.
Letztendlich dürfte der CSU-Mann Strauß die DDR mit Hilfe eines Milliardenkredits noch ein paar Jährchen über das eigentliche Ende hinaus am Leben gehalten haben.
Warten, aber worauf?
Denn da (und obwohl) alles eingerichtet und alles geregelt war, ahnte man, dass es nicht mehr lange so weitergehen konnte, weil alles Eingerichtete und alles Geregelte wie ein unendlich andauerndes Provisorium erschien. Es war eine Zeit des Wartens – worauf, das wusste niemand so genau.“
Reyer, Lars. 2026. Irgendwann kommt was, taz, 21.02.2026.
Natürlich wussten wir, worauf wir warteten. Auf Glasnost und Perestroika.
Die Band Gefahrenzone aus Saalfeld richtete sogar ein Lied an Gorbatschow und wurde dann prompt von der Stasi zersetzt. Aber die Tapes waren im Umlauf. Ich bekam es von einem Freund, dessen Opa beim ZK war. So war das.
Sie sangen: „Genosse Gorbatschow, wo gehen Sie hin? Wir brauchen genau solche Reformen wie Sie in der UdSSR.“
Gefahrenzone wurde übrigens, genau wie alle anderen oben erwähnten Bands, im DDR-Radio gespielt. Man mag es kaum glauben. Lutz Schramm hat sie im Parocktikum gespielt. Man kann im Parocktikum-Wiki selbst in Playlists suchen.

Erzählen in kurzen Sätzen
Und so begann, im Rückblick, ein fieberhaftes Nachholen von Geschichten, ein Erzählen, das manchmal an Selbstrechtfertigung grenzte. Die Müdigkeit wich der Erzählung – aber in der Erzählung blieb sie als Schatten.
Reyer, Lars. 2026. Irgendwann kommt was, taz, 21.02.2026.
Das ist perfide. Die, die nicht einfach nach der Wende verstummt sind, versuchen etwas gegen den Mainstream zu setzen. In kurzen Sätzen. In vielen kurzen Sätzen. Wie Daniela Dahn anmerkte. Man braucht ein ganzes Kapitel, nur um zu zeigen, was an einem vergifteten oder einfach nur idiotischen Satz falsch ist. Und vielleicht ist die Müdigkeit auch neu. Und sogar eine kollektive Müdigkeit. Die Müdigkeit einer Gruppe. Einer Gruppe, zu der ich nie gehören wollte, zu deren Bestandteil ich und viele andere aber gemacht wurden.
Diejenigen, die früher geschwiegen hatten, begannen zu sprechen. Aber ihre Sätze blieben kurz.
Die Müdigkeit, die früher kollektiv war, ist heute individuell. Damals war man müde vom Staat; heute ist man müde von sich selbst.
Die Freiheit hat die Erschöpfung nicht aufgehoben, sie hat sie privatisiert.
Reyer, Lars. 2026. Irgendwann kommt was, taz, 21.02.2026.
Meine Schwiegereltern berichteten von einem Kollegen aus dem Westen, der in den 70ern zu Besuch kam und fand, dass in der DDR selbst die Babys grau wären. Ich habe oben von Besitz gesprochen. Ich besaß eine Platte mit Liedern vom Kleinen Prinzen. Eins davon hieß: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Menschen, die nur grauen Babys und nur müde Bürger gesehen haben, vermochten nicht mit dem Herzen zu sehen. Konnten nicht sehen, was unter der Oberfläche war und wie es dort brodelte. Bei vielen.
Die Bubble
Ich habe Eingangs erwähnt, dass mir klargeworden ist, dass es die DDR nicht gibt. Es hat jeder Ossi seine und dann gibt es noch das Gemisch vom Westen. Nun kann man sagen: „Ja, Stefan, dann ist das, was Du schilderst, eben Deine.“ Das kann man sagen, aber ich möchte doch zu bedenken geben, dass ich Ende der 80er mit ganz vielen Menschen in wirklich verschiedenen Kontexten zusammengekommen bin. Das ist – verglichen mit allem, was bei mir danach kam und vielleicht auch heute an Blasenbildung üblich ist – ein wirklich großer Querschnitt der DDR-Bevölkerung gewesen. Ich zähle einfach mal ein paar Dinge auf:
- Großeltern in Jena und Wittenberg aus verschiedenen Milieus
- Armeezeit: sechs Monate unter Unteroffiziersschülern (hauptsächlich mit Abitur aus allen Landesteilen) zweieinhalb Jahre Unteroffizier auf Zeit mit Soldaten und Unteroffizieren aus allen Landesteilen und Bevölkerungsschichten. Ich war sowohl mit Soldaten als auch mit Unteroffizieren befreundet. Das ging in Kamenz, weil der Druck da nicht so hoch war, wie anderswo, denn es sollten ja auch mithilfe der Wehrdienstleistenden Offiziersschüler ausgebildet werden. Ich hatte auch Gespräche mit Offiziersschülern, auch solchen, die „abgekeult“ haben = nachträglich festgestellt hatten, dass sie nicht länger als notwendig in der NVA dienen wollten. Wir hörten gemeinsam Musik.
- Im Winter 1987 war ich drei Wochen in der Kohle in Espenhain und habe da in der Nachtschicht gearbeitet. Ich war als einziger Armist einer Gruppe von fünf, sechs Arbeiter*innen zugeordnet.
- Kontakte in die Kulturszene: Musik, Theater, Weimar, Berlin, Dresden
- Über die Musik Kontakte in die Kirche (Erlösafestival 1988 in der Erlöserkirche mit Gruppen ohne Spielerlaubnis und mit Stasi um das Kirchengelände)
- Volkshochschule in Kamenz: Russischkurs für die Vorbereitung auf die Uni. Auf dem Weg zurück von der Volkshochschule in die Kaserne sprach ich oft mit einer gleichaltrigen Frau, die bei den Adventisten des siebten Tages war. Wir sprachen über Gott und die Welt.
- Ich war beim Sport (Karate bei Berlin-Chemie) und bin auch da mit Menschen aus anderen Kreisen zusammengekommen.
Ich denke, ich war mit 21 zur Wende auch noch jung, aber ich habe doch schon viel mehr mitbekommen, als die Vier- bzw. Zwölfjährigen. Und viel besessen! Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit meinem Besitz angeben würde. Aber hier: Das war meins. Es hat 6600 Mark gekostet und das sind nach heutigen Maßstäben fast 20.000 Brote. Und dann hatte ich noch eine Kamera (BX20) mit Objektiv. Aber keine Hosen. Die gab es in meiner Größe nicht.
Bild von HMK-Stereo-Anlage mit Tangentialarm-Plattenspieler (mach ich mal, wenn ich Zeit habe).
Zusammenfassung
Die Zusammenfassung hatte ich eigentlich schon 1989 während meiner Militärzeit in Kamenz geschrieben: Bei mir waren die Menschen nicht müde. Sie haben gelächelt und sind gegangen:
Kamenz 12.01.89
Einer nimmt den Zirkus ernst. Sitzt unbeweglich, starr auf der harten Sitzbank. Er denkt an nichts, als daran, korrekte Haltung zu bewahren. Streicht die blaugrüne Jacke glatt und überprüft den Sitz seines Ordens. Rings die Leute lächeln, in ihre eigenen Gedanken versunken. Die Manege ist leer. Es ist ruhig. Man ist ruhig. Nach einiger Zeit verlassen die Leute einzeln das Zirkuszelt. Der Mann mit dem Orden ist der letzte.
Und sie waren in ihre eigenen Gedanken versunken! Individuen, die gelächelt haben. Und sie haben nicht mitgemacht. Sie sind gegangen. Aus der Manege. Nicht aus dem Land oder dem Leben. Sie wussten: „Da kommt was!“
Ich denke, in diesem kurzen Text ist alles drin.
Quellen
Baumgärtel, Tilman. 2026. Von Hand zu Hand: Interview mit Uwe Warnke. taz. 21.03.2026 Berlin. (https://taz.de/!6159704/)
Beck, Wolfgang. 2023. Alles hat ein Ende – auch die Marktwirtschaft. Wolfgang Beck, der letzte Betriebsdirektor des VEB Elektromotorenwerk Wernigerode (Elmo), erzählt von der Planwirtschaft und dem wirtschaftlichen Ab- und Aufbruch nach 1990 (Rohnstock Biografien). Arnstadt: THK-Verlag.
Böttcher, Sabine. 2022. Gesundheit und Gesundheitsversorgung in der DDR. Lange Wege der deutschen Einheit. Bundeszentrale für politische Bildung. (https://www.bpb.de/themen/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/505032/gesundheit-und-gesundheitsversorgung-in-der-ddr/)
Hoyer, Katja. 2023. Diesseits der Mauer: Eine neue Geschichte der DDR 1949–1990. Hamburg: Hoffmann und Campe.
MDR. 2021. Rente — damals und heute Was am Lebensabend blieb: 12-Bett-Zimmer und 520,13 Mark Rente. (https://www.mdr.de/geschichte/ddr/alltag/familie/rente-rentner-altersarmut-pflege-osten-100.html)
Stephan, Helga & Wiedemann, Eberhard. 1990. Lohnstruktur und Lohndifferenzierung in der DDR Ergebnisse der Lohndatenerfassung vom September 1988. Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 23(4). 550–562. (https://doku.iab.de/mittab/1990/1990_4_MittAB_Stephan_Wiedemann.pdf)
- Siehe auch das Interview mit dem Künstler/Schriftsteller Uwe Warnke in der taz vom 21.03.2026. Er hat auch von 200 Mark gelebt.
@Stefan im Blogpost fehlt das Bild zu der Unterschrift “Bild von HMK-Stereo-Anlage mit Tangentialarm-Plattenspieler”.
Übrigens hatte ich damals im Westen keinen eigenen. Brauchte ich allerdings auch nicht, erstens hatten meine Eltern einen, und dann war ich gar nicht so an Musik interessiert.
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